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Donnerstag, 1. November 2018

Master of the Legend of the Magdalen






Master of the Legend of the Magdalen (1483 -1527).
The Magdalen Weeping, c 1525.


Die Heilige Maria Magdalena, 
manchmal einfach die Magdalena, war eine jüdische Frau, 
die nach den vier kanonischen Evangelien, mit 
Jesus reiste als einen seiner Anhänger und war Zeuge 
seiner Kreuzigung,  Begräbnis und Auferstehung . 

Sie wird in den kanonischen Evangelien zwölfmal 
namentlich erwähnt, mehr als die meisten Apostel . 

Marias Beiname Magdalene bedeutet wahrscheinlich, 
dass sie aus der Stadt Magdala kam , 
einer Fischerstadt am Westufer des Sees Genezareth .

Magdalena





Dienstag, 7. November 2017

Symbol für menschlichen Größenwahn


*Pieter Bruegel der Ältere*

Die bekannteste künstlerische Darstellung des Turmbaus zu Babel stammt von Pieter Bruegel dem Älteren und hängt im Kunsthistorischen Museum in Wien. Für sein Bild setzte er einfach siebenmal das Kolosseum aufeinander. Auf anderen Gemälden stellte man den Turm von Babel oft als spiralförmigen Turm, wie die Minarett von Samarra, oder als Stufenturm dar. 

Die biblische Erzählung 

Die Erzählung vom Turmbau zu Babel (Genesis 11,1-9) beschließt die biblisch-mythischen Erzählungen des Buchs Genesis. Sie will die Erklärung liefern, weshalb nicht nur die Menschheit, sondern der Mensch an und für sich gespalten ist, die "Sprache" des Anderen nicht mehr versteht und in die Welt zerstreut ist, und sieht den Grund dafür im Streben des Menschen zum Himmel, in seinem Machbarkeitswahn, sich ein Zeichen zu setzen, die Völker zu vereinen und letztlich darin, nicht den Willen Gottes zu suchen, sondern sich mit dem eigenen Werk zu erhöhen. 
Der Mensch wird zum Gotteslästerer im Namen der Ordnung
(Albert Camus). 


Der Turmbau zu Babel ist zusammen mit der babylonischen Sprachverwirrung trotz ihres geringen Umfangs von nur neun Versen eine der bekanntesten biblischen Erzählungen des Alten Testaments.

* Gustave Doré *

Bis heute ist der Turm von Babel ein Symbol für menschlichen Größenwahn, für das Streben über alle Grenzen hinaus, für die Verführung, die bei den Menschen immer darin besteht, dass sie glauben, alles zu können.



Mittwoch, 14. August 2013

Kaiserin Elisabeth


Abendrot am See

Es wirft die Sonne vor dem Niedergehen 
-
noch einen Blick auf die geliebte See:

Nun kann kein menschlich Aug' mehr auf sie sehen.

Es tut die rote Glut ihm dort zu weh:

Und dennoch muss gebannt ich lange stehen - 

In dieses lodernden Altares Näh:

Die besten Nachtgebete meiner Seele 
Leg' ich hier nieder -
an Gottes Schwelle.

Titania, 
Pseudonym der Kaiserin Elisabeth von Österreich - 
genannt Sisi

* Winterhalter *

Am 10. September 1898 wurde ihr Wunsch erhört. 
Als die 60-jährige Monarchin an der Uferpromenade des Genfer Sees flanierte, wurde sie von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni überfallen, der ihr eine spitz zugeschliffene Feile ins Herz rammte. Elisabeth stürzte zu Boden, bemerkte die schwere Wunde zunächst jedoch nicht, stand sofort wieder auf und ging an Bord ihres Schiffes. Dort erst brach die Kaiserin bewusstlos zusammen, richtete sich dann aber noch einmal auf und sprach ihre letzten Worte „Was ist denn jetzt mit mir geschehen?”, bevor sie ihrer tödlichen Verletzung erlag.



Ich fliehe vor der Welt samt ihren Freuden,
und ihre Menschen stehen mir heut fern;
es sind ihr Glück mir fremd und ihre Leiden;
Ich stehe einsam, wie auf and`rem Stern...

An die „Zukunfts-Seelen” 1887



Sonntag, 23. Juni 2013

Liberté, Égalité, Fraternité




Freiheit, Gleichheit, Solidarität 

Die Französische Revolution von 1789 bis 1799 gehört zu den folgenreichsten Ereignissen der neuzeitlichen europäischen Geschichte. Die Abschaffung des feudalabsolutistischen Ständestaats sowie die Propagierung und Umsetzung grundlegender Werte und Ideen der Aufklärung als Ziele der Französischen Revolution – das betrifft insbesondere die Menschenrechte – waren mitursächlich für tiefgreifende macht- und gesellschaftspolitische Veränderungen in ganz Europa und haben das moderne Demokratieverständnis entscheidend beeinflusst. Die heutige Französische Republik als liberal-demokratischer Verfassungsstaat westlicher Prägung stützt ihr Selbstverständnis unmittelbar auf die Errungenschaften der Französischen Revolution.





Unter Napoleon III. wurde Liberté, Égalité, Fraternité über 50 Jahre nach der Französischen Revolution zu deren Parole erklärt. Nachdem sie mehrmals in Frage gestellt worden war, setzte sie sich nach 1871 unter der Dritten Republik durch. Man verankerte sie in der Verfassung der Fünften Republik von 1958. Heute ist sie Teil des nationalen Erbes Frankreichs und praktisch an jedem Rathaus sowie anderen öffentlichen Gebäuden zu finden.
Die Begriffe „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“, die Fénelon Ende des 17. Jahrhunderts miteinander in Verbindung brachte, erlangten während der Phase der Aufklärung große Verbreitung.
Während der Französischen Revolution war „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ eine der zahlreichen Losungen, auf die man sich berief. In einer Rede über die Organisation der Nationalgarde sprach sich Maximilien de Robespierre im Dezember 1790 dafür aus, die Worte „Das französische Volk“ und „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ auf Flaggen und Uniformen zu schreiben; sein Vorhaben wurde jedoch nicht angenommen.
1793 begannen die Pariser folgende Worte auf ihre Hausfassaden zu schreiben: „Einheit, Unteilbarkeit der Republik; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder der Tod“, was die Bewohner der anderen Städte rasch nachahmten. Sie wurden jedoch bald aufgefordert, den letzten Teil dieser Aufschrift zu entfernen, da er zu sehr an die Schreckensherrschaft erinnerte, bei der Zehntausende mit der Guillotine hingerichtet wurden.
Wie viele Symbole der Revolution geriet auch diese Devise unter dem Empire in Vergessenheit. Während der Revolution von 1848 wurde sie wieder aufgegriffen und erhielt nunmehr eine religiöse Komponente: die Priester feierten den Christus der Brüderlichkeit und segneten die Freiheitsbäume, die zu dieser Zeit gepflanzt wurden. Bei der Abfassung der Verfassung von 1848 wurde die Devise „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zu einem „Grundsatz“ der Republik erhoben.
Vom Zweiten Empire gemieden, setzte sie sich schließlich unter der Dritten Republik durch. Es machte sich allerdings noch etwas Widerstand breit, selbst bei den anderen Anhängern der Republik: „Solidarität“ wurde zuweilen „Gleichheit“ vorgezogen, die eine soziale Nivellierung beinhaltete, während die christliche Konnotation der Brüderlichkeit nicht auf allgemeine Zustimmung stieß.
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 14. Juli 1880 erschien die Devise wieder auf den Giebeln der öffentlichen Gebäude. Sie wurde in die Verfassungen von 1946 und 1958 aufgenommen und ist heute fester Bestandteil des nationalen Erbes Frankreichs. Sie ist auf den in Umlauf befindlichen Gegenständen zu lesen, wie beispielsweise auf den Geldmünzen oder den Briefmarken.
Der historische Wahlspruch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ wird heute oftmals durch „Freiheit, Gleichheit, Solidarität“ oder „Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität“ ersetzt, beispielsweise im Grundsatzprogramm der SPD. Der Grund dafür ist, dass der Begriff der „Solidarität“ im Gegensatz zur „Brüderlichkeit“ geschlechtsneutral ist und Frauen mit einschließt.

Freiheit, Gleichheit, Solidarität -
Wo seit ihr geblieben?



* Freiheit führt das Volk by Eugène Delacroix *



Montag, 8. April 2013

Ludwig II König von Bayern


* Ludwig im Alter von Zwanzig Jahren *

Ludwig II. wurde am 25. August 1845 um 0:30 Uhr in Schloss Nymphenburg bei München als ältester Sohn von Kronprinz Maximilian und Kronprinzessin Marie geboren. Er wurde auf den Namen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig getauft, Rufname sollte jedoch auf Drängen des gleichnamigen Großvaters Ludwig sein, der ebenfalls an einem 25. August geboren worden war. Dies geschah nicht zufällig, denn der 25. August ist auch der Todestag des Hl. Ludwig von Frankreich. Taufpate war der Großvater Ludwig I., dessen Taufpate wiederum Ludwig XVI. von Frankreich war, wodurch für Ludwig II. eine "Taufpatengenealogie"hergestellt war, die bei der damals unverständlichen Frankreichverehrung Ludwigs, vor allem in seinem Schloss Herrenchiemsee dann die große Rolle spielen sollte. Drei Jahre später wurde Ludwigs Bruder Otto geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachten die Brüder vor allem auf Schloss Hohenschwangau, in der Umgebung ihrer Erzieher. Nachdem sein Großvater, König Ludwig I. von Bayern, 1848 abgedankt hatte, wurde sein Vater Maximilian König und Ludwig Kronprinz. 1861 erlebte Ludwig zum ersten Mal Richard Wagners Opern Tannhäuser und Lohengrin. Daraus entstand vermutlich seine besondere Vorliebe für Wagners Opern und die darin verarbeitete Sagen- und Märchenwelt.


* Maximilian II Vater von Ludwig II *

Ludwigs Vater Maximilian starb am 10. März 1864, Ludwig wurde am selben Tag im Alter von 18 Jahren als Ludwig II. zum König von Bayern proklamiert  Am 11. März um 10 Uhr leistete er im Sitzungssaal der Staatsratszimmer seinen Eid auf die bayerische Verfassung. Bei den Trauerfeiern für den verstorbenen Vater am 14. März sah man den neuen König erstmals in der Öffentlichkeit. Ludwig II. Otto Friedrich Wilhelm von Bayern, aus dem deutschen Fürstenhaus Wittelsbach stammend, war vom 10. März 1864 bis zu seinem Tod König von Bayern. 
Ludwig II. hat sich in der bayerischen Geschichte vor allem als leidenschaftlicher Schlossbauherr, vor allem der Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof ein Denkmal gesetzt, weshalb er volkstümlich auch als Märchenkönig bezeichnet wird.

* Neuschwanstein *

* Linderhof *

* Herrenchiemsee *

Ludwig war nie verheiratet, verlobte sich aber aus einem spontanen Entschluss heraus am 22. Januar 1867 mit der um ein Jahr jüngeren Sophie in Bayern, der jüngeren Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich, einer Tochter des Herzogs Max in Bayern. Sophies Mutter Ludovika war eine Halbschwester seines Großvaters Ludwig I. Die beiden kannten sich seit ihrer Kinder- und Jugendzeit und hatten sich am 21. Januar bei einem Hofball wiedergesehen. Die Hochzeitsvorbereitungen wurden am Hof mit großem Eifer vorangetrieben. Papst Pius IX. erteilte den Heiratsdispens, der wegen der nahen Verwandtschaft der Ehekandidaten erforderlich war. Jedoch schob Ludwig den Hochzeitstermin immer weiter hinaus. Schließlich löste er am 7. Oktober 1867 die Verlobung. 





Niemand ahnte, dass Sophie sich drei Tage nach ihrer Verlobung mit dem König in den Kaufmann Edgar Hanfstaengl verliebt hatte und sich heimlich mit ihm in Schloss Pähl traf.




In den letzten Lebensjahren zog sich der König zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Oft hatten die Minister Mühe, ihn persönlich für Unterschriften in der Einsamkeit von Berghütten aufzusuchen. Zunehmend machte er die Nacht zum Tage, was ihm die Titulierung als Mondkönig einbrachte. Sein Schuldenberg war erheblich angewachsen, teilweise wurden die Bauarbeiten an seinen Schlössern bereits eingestellt. Anfang 1886 verweigerte das Kabinett König Ludwig die Bürgschaft für einen Kredit in Höhe von sechs Millionen, worin manche Biografen den Hauptanlass für die Entmündigung sehen. Es soll private finanzielle Hilfsangebote von Bankiers gegeben haben, die Ludwig aber nicht erreichten. Ludwig wandte sich daraufhin an Bismarck, der ihm am 14. April 1886 schrieb, er solle seinem Ministerium befehlen, die Bewilligung der erforderlichen Summen beim Landtag zu beantragen. Tatsächlich forderte Ludwig daraufhin die Vorlage des Anliegens im Landtag. Stattdessen leitete das Ministerium seine Entmündigung ein. Ludwig II. wurde am 8. Juni 1886 auf Betreiben der Regierung durch die Ärzte Bernhard von Gudden, Friedrich Wilhelm Hagen, Hubert von Grashey und Max Hubrich in einem Gutachten aufgrund von Zeugenaussagen und ohne persönliche Untersuchung des Patienten für „seelengestört“ und „unheilbar“ erklärt. Ludwigs langjähriger Leibarzt, Max Joseph Schleiß von Löwenfeld wurde nicht gehört. Anhand der von Ludwig vorgenommenen Amtshandlungen, wie zuletzt der Einrichtung eines neuen Bezirksamtes in Ludwigshafen, ist allerdings keine eindeutige Unzurechnungsfähigkeit zu erkennen. Am 11. Juni 1886 gegen Mitternacht kam eine neue Kommission nach Neuschwanstein. Professor von Gudden informierte den König über das Gutachten der vier Ärzte und über die Übernahme der Regentschaft durch Luitpold. König Ludwig wurde in Neuschwanstein in Gewahrsam genommen und am 12. Juni um 4 Uhr morgens nach Schloss Berg am Ufer des Starnberger Sees gebracht. Am 13. Juni, dem Pfingstsonntag des Jahres, durfte der König zwar nicht zur Messe, aber von Gudden unternahm mit ihm einen Spaziergang im Schlosspark am See, begleitet von zwei Pflegern. Kurz nach 18 Uhr erinnerte der König von Gudden an einen geplanten zweiten Spaziergang, zu dem beide mit der Mitteilung von Guddens aufbrachen, um acht Uhr zum Souper zurück sein zu wollen. Auf Anweisung von Guddens mussten im Gegensatz zum Vormittag die Pfleger zurückbleiben. Als beide um 20 Uhr nicht zurück waren, wurde zunächst vermutet, sie hätten irgendwo Unterschlupf vor dem Regen gesucht, der inzwischen eingesetzt hatte. Es wurden zunächst einzelne Gendarmen ausgeschickt, schließlich alle verfügbaren Männer mit Lampen und Fackeln. Gegen 22 Uhr fand ein Hofoffiziant Überrock und Leibrock des Königs im Wasser, eine halbe Stunde später fand man den König und von Gudden maximal 25 Schritte vom Ufer entfernt im seichten Wasser. Die später aufgefundene Taschenuhr des Königs war um 18:54 Uhr stehen geblieben, weil Wasser eingedrungen war, die Taschenuhr von Guddens aus gleicher Ursache dagegen erst um 20:10 Uhr.
Nach der offiziellen Darstellung habe von Gudden den Regenten an einem Selbstmordversuch hindern wollen und sei dabei selbst zu Tode gekommen. Diese Version wurde jedoch schon bald bezweifelt. 


Am Pfingstmontag, dem 14. Juni 1886 wurde um 20 Uhr abends in Schloss Berg der Leichnam ausgesegnet. Der Wagen mit dem Sarg traf am 15. Juni um 2 Uhr früh in der Münchner Residenz ein. Bei der dort durchgeführten pathologischen Untersuchung des toten Königs am selben Tag von 8 Uhr bis 13 Uhr durch 13 Ärzte war auch der Leibarzt des Königs, Dr. Max Josef Schleiß von Loewenfels, anwesend, der nicht von einer Krankheit des Königs überzeugt war. Laut offizieller Mitteilung wurde die Diagnose der Irrenärzte jedoch in vollem Maße bestätigt.Nach der Sektion wurde sofort die Einbalsamierung vorgenommen, die um 20 Uhr beendet war. Danach wurde der Leichnam drei Tage in der Hofkapelle aufgebahrt. Ludwig wurde am 19. Juni 1886 nach einem Leichenzug durch München in der Gruft der Michaelskirche beigesetzt. 



Starnberg am See
Geboren: 25. August 1845, Schloss Nymphenburg
Gestorben: 13. Juni 1886, Starnberger See
Sein Herz wurde getrennt bestattet und am 16. August 1886
in die Gnadenkapelle von Altötting übertragen.


Film

Sonntag, 7. April 2013

" Sissy " Elisabeth die unglückliche Kaiserin



* Kaiserin Elisabeth, Gemälde von Winterhalter *

Die Existenz der zwei sogenannten „intimen“ Porträts war bis zum Ende der Monarchie öffentlich nicht bekannt, da sie im Arbeitszimmer des Kaisers hingen und nur für seine Augen bestimmt waren.



Franz Joseph I., Elisabeth sowie die drei Kinder Rudolf, 
Marie Valerie und Gisela  am Schloss Gödöllő um 1870



Elisabeth war von Jugend an eine ausgezeichnete und waghalsige Reiterin, die sämtliche Disziplinen im Damensattel beherrschte. Sie ritt ihre Pferde selber. In Wien trainierte sie regelmäßig Dressur in der Spanischen Hofreitschule, in Ungarn folgten ausgedehnte schnelle Geländeritte und 1874 bestritt sie ihre erste Fuchsjagd auf englischem Boden. Zwischen 1876 und 1882 bereiste sie mehrmals England mit umfangreichem Gefolge und einer Anzahl guter Jagdpferde, um in Gesellschaft des berühmten Jagdreiters Bay Middleton an den englischen Fuchsjagden teilzunehmen. 1879 und 1880 ritt sie in Irland nicht nur Fuchs- sondern auch Hirschjagden. Elisabeth wurde zu einer der berühmtesten Jagdreiterinnen ihrer Zeit. Noch heute ist sie als solche in England, Ungarn und Irland bekannt.


* Kaiserin Elisabeth mit ihrem Wolfshund *

Männer und Frauen ihrer Zeit schwärmten von der Schönheit Elisabeths, waren aber ebenso angezogen von ihrer Anmut, Ausstrahlung und der geheimnisvollen Aura, die die Kaiserin umgab. Elisabeth gilt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit und war sich dessen durchaus bewusst. Ihre Schönheitspflege nahm einen Großteil ihres Tagesablaufes ein. Besonders stolz war Elisabeth auf ihr dichtes Haar. Ihrer Zeit voraus verfolgte sie einen regelrechten Körperkult, trieb viel Sport und achtete sehr auf ihre Figur. Im Gegensatz zu anderen Frauen ihrer Zeit lehnte Elisabeth starke Schminke oder Parfum strikt ab. Sie legte großen Wert auf Natürlichkeit und nur ihre Haarpracht wurde mit Duftessenzen besprüht.


* Heinrich Heine *

Gedichte spielten eine sehr wichtige Rolle in Elisabeths Leben. Sie verfasste ein poetisches Tagebuch, und in schlechten Zeiten drückte sie ihre Gefühle in Gedichten aus. Dies empfahlen ihr die rumänische Königin, Prinzessin Elisabeth zu Wied und ihre Lieblingstochter Marie Valerie. Zur rumänischen Königin, die selbst unter einem Pseudonym „Carmen Sylva“ dichtete, hielt die Kaiserin eine freundschaftliche Beziehung. Sie erklärte Elisabeth Gedichte zu schreiben, sei ein guter Blitzableiter. Elisabeth verehrte den zu dieser Zeit bereits gestorbenen Dichter Heinrich Heine und orientierte sich an seiner Art Gedichte zu schreiben. Die Verehrung ging über die übliche Liebe eines Literaturfreundes weit hinaus. Sie kannte lange Passagen von Heine auswendig und beschäftigte sich auch intensiv mit dem Leben des Dichters. Das Dichten wurde für Elisabeth mit der Zeit zur Therapie.



* Kaiserin Elisabeth *

Elisabeth weilte ab 16. Juli 1898 in Bad Nauheim, um ein Herzleiden durch eine Badekur zu kurieren. Nach einem kurzen Besuch in Homburg vor der Höhe reiste sie inkognito weiter an den Genfersee. Am 9. September 1898 langte sie in Genf an, wo sie einer Einladung der Familie Rothschild nachkam. In Begleitung ihrer Hofdame Irma Sztáray besuchte die Kaiserin die Baronin Julie Rothschild in ihrer Villa in Bellevue am Genfersee. Als die Kaiserin in Begleitung von Irma Sztáray am nächsten Tag gegen 13.30 Uhr auf dem Weg vom Hotel Beau-Rivage zum Schiff war, mit dem sie nach Caux weiterreisen wollte, stürzte sich der italienische Anarchist Luigi Lucheni auf sie und stieß ihr eine von ihm selbst zugespitzte Feile ins Herz. Er hatte sich die Feile wenige Stunden zuvor besorgt. Der Einstich war so klein, dass er zunächst nicht bemerkt und für einen Faustschlag gehalten wurde. Die Kaiserin erhob sich wieder, bedankte sich bei allen Passanten, die zur Hilfe herbei geeilt waren, und unterhielt sich mit ihrer Hofdame Irma Sztáray über den Vorfall. Erst an Bord des Schiffes brach die Kaiserin endgültig zusammen. Ihre letzten Worte waren angeblich: „Aber was ist denn mit mir geschehen?“ Bald darauf starb sie im Hotel, in das sie zurückgebracht worden war.


* Elisabeth von Österreich-Ungarn *

Geboren: 24. Dezember 1837 München
Ermordet: 10. September 1898, Genf

Am 17. September fand die Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft statt.
 Elisabeths Sarkophag steht heute neben denen von Franz Joseph und Rudolf.